Einmal noch

Im Juni hatte ich mich hier im Blog verabschiedet, aber ganz zu Ende war das Reisejahr damit dann doch noch nicht.

Nachdem sich der Bulli nach einwöchigem Werkstattaufenthalt vermeintlich vollständig erholt hatte, stellte sich die Frage: Der Werkstatt vertrauen und mich „ungeprüft“ vom Bulli trennen oder lieber erst einmal die Probe aufs Exempel machen – um kein Reisemobil zu verkaufen, das besser nicht mehr auf Langstrecke gehen sollte? Die Entscheidung war bald getroffen, denn die Überlegung den Bulli zu verkaufen verwässerte zunehmend. Aus einem möglicherweise letzten Ausflug wurden dann doch wieder mehrere und bis auf einen kleinen, techn. Defekt ist der Bulli tatsächlich stabil geblieben – und ist es noch immer. War also „unterm Strich“ eine gute Entscheidung, denn es gab noch einiges auf den Fahrten zu entdecken, zu sehen und zu bestaunen.

Zum Beispiel den Troldeskoven bei Skoerping, im Nationalpark Rebild Bakker, im Norden Dänemarks. Ein „Zauberwald“ mit urigen Buchen und einem wackeligen Aussichtsturm. Dort, auf dem Wald-Parkplatz, konnten Ayla und ich auch gut nächtigen, denn die Trolle in Skandinavien waren bis jetzt immer freundlich. :))

Wir besuchten noch einen weiteren Troldeskoven in Dänemark, nämlich bei Tisvilde Hegn. Diesmal mit Blick auf Wälder, Felder, Hügel, alte Bäume und blauen Himmel:

Hier fand sich neben Excalibur auch ein schöner Strandparkplatz für die Übernachtung:

„Wohnen“ mit Meerblick :))))

Der Bulli hatte somit den Test bestanden, er konnte also auch ohne Panne und ohne Werkstatt.

Jetzt war ich an der Reihe, konnte/kann auch ich ohne Bulli? Frühere Überlegungen traten wieder in den Vordergrund. Es sollte mehr Bewegung ins Reisen kommen. Wechseln aufs Fahrrad? Oder lieber doch besser Wandern? Das herauszufinden reizt(e) mich sehr. Neue Herausforderungen wurden gesucht und gefunden. Das Ganze sah dann so aus:

Mit viel Gepäck auf dem Weg in die Heide
In kühlen Zeltnächten wärmt Herrchens Jacke 🙂

Weit sind wir nicht gekommen, es scheiterte schlichtweg an den körperlichen Voraussetzungen. Richard musste uns „retten“  ;-))

Ein paar Tage später ein weiterer Versuch, wieder ein Heideausflug, diesmal mit leichtem Gepäck:

Die Wanderung auf dem Heidschnuckenweg gehörte mit zu den besonderen Erlebnissen, allerdings… – alles seinen Preis :))

Das war wahrscheinlich nichts im Vergleich zu diesen Verrückten:

„Gelobt sei was hart macht…“ ;))

Tough Mudder hieß diese Veranstaltung. Die Teilnehmer schultern dabei irgendwelche Baumstämme, laufen damit 10 bzw. 16 km durch Schlamm und über Hindernisse. Sogar gelacht wurde dabei noch (teilweise jedenfalls). Crazy!!

Zum oben gezeigten Blasen-Foto ein Statement aus Neuseeland: „No pain no gain.” Haha, ja, so muss man das sehen. Das gilt dann wohl auch für die Tough-Mudder-Teilnehmer. :))) 

Wie schon im letzten Jahr kam Marie auch dieses Jahr wieder im August zu Besuch nach Deutschland und war dann für knapp zwei Wochen mit on board. Wir fuhren nach Kroatien, an die Plitvicer Seen. Schön gelegene Seen, tolles Wasser, viele Wasserfälle und eine wunderbare Umgebung. ABER: Nichts für die Hauptsaison! Wir hielten es dort nicht sehr lange aus, obwohl die Landschaft sehr reizvoll ist. Sooo viel Grün…aber im Sommer wirklich viel zu überlaufen!!!

Schön war es auch in Slowenien. Hier machten wir bei Jesenice noch eine flotte Bergwanderung, bevor wir dann einen Tag später spontan nach Italien fuhren, an den Lago di Mizzano.

Plitvicer Seen und Umgebung:

Jagdgebiet in direkter Nachbarschaft zu unserem Campingplatz

Vor der Fahrt nach Slowenien noch ein bisschen Yoga:

Slowenien (hier waren viele zutrauliche Schmetterlinge unterwegs):

Lago di Mizzano

Auf der Rückfahrt nach Deutschland gab es einen Zwischenstopp im Allgäu, Marie besuchte eine Freundin und brachte noch einen Ausflug-Tipp mit. Tags darauf gab es nach einer anstrengenden Wanderung die verdiente Brotzeit inkl. Radlermaß im Grüntenhaus (>1500 m):

Und schwupp war Maries Zeit um – und ich kurze Zeit später wieder auf dem Weg nach Süden.

Es war Anfang September und noch sehr warm in Italien… Im Stau stehend wurde es immer wärmer im Bulli, was mich dann denken ließ, mich besser etwas abzulenken, vielleicht etwas italienisch zu lernen. So eine Art Crashkurs als Autodidakt sollte es werden. Hört mal rein, geht doch schon ganz gut oder?

Die Hitze war aber auf Dauer nichts für mich, so dass ich lieber wieder umdrehte und Richtung Norden fuhr. Hier war es aber die meiste Zeit zu kalt und vor allem zu nass. Die durchnässten Sachen waren im Bulli kaum trocken zu kriegen – Ayla auch nicht…  ;))

Aber es regnete nicht nur sehr viel, sondern wir konnten auch nette Bekanntschaft aus der Kiter-Szene in Puttgarden machen. Dort bekamen wir für unsere Begeisterung und unsere Ausdauer beim Zusehen sogar noch eine kleine Sondervorstellung geboten:

Kiter sind genauso toughe Typen wie die Menschen bei bei der tough mudder-Veranstaltung

Trotz der tollen Leute dort hielt es uns aber nicht lange auf Fehmarn und wir fuhren weiter nach SCHWEDEN. :))  Dort ist es ja einfach immer schön – und das Wetter wurde auch besser:

Danke Christoher, für diesen und auch für die anderen Stellplatz-Tipp(s).

Von hier aus war es dann nicht mehr weit bis zum Zielpunkt, dem Naturreservat Glaskogen:

Zu Anfang lief Ayla noch ohne Leine, später aber nicht mehr, denn es wurde mit jedem Schritt stiller im Wald. Man hörte immer wieder irgendwelche Geräusche die von wilden Tieren verursacht wurden  ;)))  – oder glaubte das zumindest… :)))

Und machmal ist man ganz froh, wenn man zu „seinem“ Schild zurückgefunden hat:

Der September war gelaufen und die Reisesaison eigentlich beendet. Aber nur eigentlich…, denn inspiriert durch ein YouTube-Video und einem schönen Wüstenfoto,

(dafür nochmal dankeschön, liebe Susanne!)

 

 wollte ich auch einmal in die Wüste gehen und bin über Saarbrücken – Blois – Bayonne – Pamplona – in die (Halb-)Wüste Bardenas Reales gefahren. Die Fahrt dorthin war „nicht so ohne“, weil das Wetter dieses Jahr für die Zeit außergewöhnlich schlecht war (es gab sogar Schnee-Alarm in Frankreich und Nordspanien). Die Durchquerung der Pyrenäen bei Starkregen, Hagel und Schneetreiben sorgte dafür, dass es nicht zu einem Übermaß an Entspannung kam. In Pamplona, wo im letzten November noch knapp 20° C gemessen wurde, musste ich morgens die Scheiben frei kratzen, so kalt war es nachts. Tagsüber ging die Temperatur dann rauf bis 7°. Das nennt man „Wetterglück“, konnten doch die vielen mitgenommenen T-Shirts allesamt geschont und unbenutzt wieder mit nach Hause zurückgenommen werden. 😉

Nebel in Frankreich

und das Wetter wurde nicht besser:

Der Atlantik bei ‚steifer Brise‘ in der Nähe von Saint-Jean-de-Luz.

Pausenplatz in den Pyrenäen (das Weiße an der Scheibe war Schneeeee…):

Wie schon gesagt, die Durchquerung war eine kleine Herausforderung,

aber irgendwann hatten Hund und Herrchen es dann geschafft, wir waren am Ziel:

Soweit in kürze der kleine Wüstenausflug im November 2019.

Wie, wann und wohin es 2020 weitergeht, kann ich jetzt noch gar nicht sagen, da das in Abhängigkeit von verschieden Umständen ist. Nur dass es weitergehen wird, das fühlt sich ziemlich sicher an. Man könnte denken, eigentlich müsste es doch mal gut sein mit der Herumreiserei. Ja, gedacht habe ich das auch schon oft. Aber denken und handeln ist nicht immer das Gleiche. 2019 hat das mehrfach gezeigt. Einmal noch, :))  wie oft ich das schon gesagt habe… Das Gute an ‚Einmal noch‘ ist: Wiederholungen geben Sicherheit. So habe ich keinen Zweifel daran dass, – und bin schon ganz gespannt darauf, wie oft – das in 2020 wieder passieren wird. Ein paar Vorstellungen, Wünsche und Ideen gibt es da schon. Was daraus wird, darüber werde ich berichten. Mindestens „Einmal noch“. ;))

3 Comments on “Einmal noch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.