BLOG

Heute beende ich diesen Blog – und möchte mich von euch verabschieden…

Nach dem Versuch der Fortsetzung meiner Bulli-Reise bin ich gestern, mit den schon bekannten Bulli-Krankheiten und deutlich herabgesetzter Toleranzschwelle gegenüber jeglichen Wiederholungen technischer Probleme aller Art, wieder nachhause zurückgekehrt.

Obwohl das Bulli-Leben ja von Anfang an als (R)Auszeit und nicht als alternative Lebensform gedacht war, hatte ich schon gehofft, dass diese Art des Reisens noch ein bisschen so weitergehen würde. Wird es aber nicht und somit ändert sich vieles. Mein (Reise-)Leben wird jetzt ein anderes werden. Wie das aussehen wird, das weiß ich noch nicht so genau. So wie zu Beginn der Reise im April 2018 heißt es auch jetzt erst einmal wieder: Veränderung leben. Manchmal möchte man das gar nicht und es braucht dann etwas Mut und Vertrauen, die ersten Schritte auf neuen Wegen zu gehen. Mein Mutmacher oder Vertrauensgeber war schon einmal das Gedicht „Nichts bleibt wie es ist“ von Rose Ausländer. Und so ist es auch diesmal.

Wie schon früher einmal erwähnt, begegnet man auf Reisen kleinen und großen Momenten, die dann zu den großen und kleinen Fragen des Lebens führen können. Deshalb werde ich auch weiter die kleinen Unbequemlichkeiten sowie Unsicherheiten in Kauf nehmen und noch eine Weile auf einem Reiseweg bleiben – auf irgendeinem, da ich überlege noch. Natürlich, nicht alle Entscheidungen des Reisens trifft der Geist alleine. Der Körper und seine Belastbarkeit hat da ab einem gewissen Alter immer mehr mitzureden, das habe ich inzwischen gelernt. Auch eine Form von Veränderung.

Über WhatsApp, per E-Mail und auch persönlich wurden mir Fragen gestellt, die ich meistens nicht ausreichend beantwortet habe. Zum Blog-Abschluss möchte ich das nachholen:

Antwort: JA, nach jetzt 14 Monaten (R)Auszeit mit Sonne und auch Schatten muss ich nicht eine Sekunde zögern um die Frage, ob ich das alles noch einmal so machen würde, mit einem klaren JA!!! zu beantworten. Es gab sehr viele besondere Momente, so viel Freude über das Gesehene, über das Erlebte, über das Gefühlte, über das Unerwartete, über das Herausfordernde, über das Erreichte usw. usf. Es war und ist (m)eine Lebensreise, überwiegend so, wie ich es mir vorgestellt und gewünscht hatte. Und ein  gutes Gefühl ist daraus entstanden, aus den ursprünglichen Wünschen dann Erlebnisse, Abenteuer sowie Zeiten der Stille in Achtsamkeit und Zufriedenheit gemacht zu haben. Dass das möglich war, dafür bin ich sehr dankbar!

Antwort: NEIN, Alleinreisen ist nicht doof – (nur manchmal!)  ;))  Meine Antwort lautet nein, mit der Begründung: Bevor man es gar nicht macht, ist es besser es allein zu machen…

Die Frage nach dem Alleinsein oder der Einsamkeit

Antwort: Da man in einem BLOG ja auch Persönliches mitteilt, werde ich das jetzt mal ganz offen und ehrlich tun. Also, nach dem Alleinsein, bzw. dem Gefühl von Einsamkeit bin ich jetzt schon dreimal gefragt worden und habe auch hier nur oberflächlich geantwortet. Diesmal etwas konkreter: Ja, ich habe mich mitunter allein und sogar auch einsam gefühlt. – Damit umzugehen kann man lernen… Ein Gefühl von Alleinsein kann selbst dann auftreten, wenn es einem ziemlich gut geht. Sogar wenn man sich freut. Nämlich dann, wenn z.B. ein besonders schöner Moment eingetreten ist, sich vielleicht etwas Besonderes in der Natur zeigt, was man sonst nicht so oft sieht o.ä. Dann möchte man diese Freude gern teilen, womit sie sich dann sogar verdoppeln würde…  :))

Mit der Einsamkeit ist das anders. Die ist in einer anderen Dimension zuhause. Ich persönlich habe, als ich sie empfand und ihr entgehen wollte, bewusst auch äußere Einsamkeit (z.B.  die Fjells im hohen Norden oder die skandinavischen Wälder oberhalb des Polarkreises) aufgesucht. Weil, wenn sich dann „innere Einsamkeit“ und „äußere Einsamkeit“ begegnen, ist das wie wenn in der Mathematik Negatives auf Negatives trifft. Die Vorzeichen ändern sich: minus x minus = +    :-)))))

Na ja, neben dem mathematischen Erklärungsversuch könnte ich mir auch vorstellen, dass, wenn die in der Natur gefundene Stille zum Tragen kommt, sich die Gedanken leichter neu ordnen, sich vieles sich relativiert weil man wesentlicher wird – auf sehr natürliche Weise. Und allein schon durch die Bewegung tritt ja anderes in den Vordergrund, man spürt sich körperlicher, der Kopf kann frei werden und ein anderes Denken und Fühlen entsteht… Ob das bei allen Menschen so ist, das weiß ich natürlich nicht, bei mir ist das so.

Ich kann nur jeden der so etwas wie einen Langzeiturlaub oder eine Auszeit – egal ob allein oder zu zweit – ausprobieren möchte nur ermutigen es auch zu tun. Die Welt ist schön und rund und bunt…  :))  Ich weiß, die meisten von euch stehen noch inmitten von Verantwortung und Verpflichtungen, in der Familie und/oder im Beruf. Da geht das dann natürlich nicht so einfach. Deshalb: Haltet durch, haltet dran fest, alles hat seine Zeit…

Das gilt auch weiterhin für mich. Mein Bulli-Jahr ist vorbei, doch die Reise – die eigentlich mehr zur Suche ist geworden ist – wird weitergehen. Irgendwie, irgendwann und irgendwohin. Und zwar so lange, bis ich am Ziel bin und ihn gefunden habe…, meinen Platz im Leben.

Euch wünsche ich, dass ihr diesen für euch möglichst schon gefunden und eingenommen habt oder zumindest nicht so lange danach suchen müsst.

Es heißt ja ‚wer suchet der findet‘. Hoffentlich stimmt das.

Macht’s gut zusammen!!  –  LG, Uwe

 

P.s.: Über WhatsApp oder per E-Mail bleibe ich für Fragen, Gedanken, Anregungen etc. natürlich weiterhin erreichbar.

One Comment on “BLOG

  1. Hallo Uwe,

    ich gebe es gerne zu, damit habe ich nicht gerechnet. Deine Berichte und beschriebenen Erlebnisse waren immer eine supernette Abwechselung am Schreibtisch. Dafür danke ich dir außerordentlich:-)))

    Ich wünsche dir alles Gute und drücke die Daumen, dass du für deine Zukunft die richtigen und für dich tragbaren Entscheidungen triffst.

    Ganz liebe Grüße und bleib vor allem gesund!

    Iliane