Über Abisko bis zum Nordkap

war es ein weiter Weg, der sich aber ‚gelohnt‘ hat…

Nachdem ich in Slagnäs meine Kreditkarte in Empfang nehmen konnte (die dann bald nach der Freischaltung an einem deutschen  :((  Bankomaten  einsatzbereit, bzw. funktionsfähig  sein wird…), ging die Fahrt weiter. Ziel war das Naturreservat Abisko.

Der Weg über die E45/E10 ist gut zu fahren, kaum Verkehr und viele schöne Ausblicke die es vom Bulli aus und an den Pausenplätzen zu sehen gab.

  

  

Kurz vor Kiruna gab es noch einen kleinen Abstecher nach Jukkasjärvi, aber dort standen wir leider vor verschlossener Türe. Wir waren etwas zu früh in der Zeit.

Und das Minenmuseum in Kiruna haben wir uns dann auch gleich geschenkt, denn meistens darf Ayla nicht mit hinein und mir ist es auch nicht wirklich wichtig gewesen (natürlich bleibt Ayla auch schon mal allein im Auto zurück wenn mir etwas wichtig ist, die Temperaturen erlauben das ja jetzt wieder).

Was mir aber wirklich wichtig war, ist der Abisko-Nationalpark – und da durfte Ayla überall mit hin, bis eine Ausnahme:

(Der Grund: die Gondeln des Sessellifts sind nicht hundegeeignet.)

Es gibt im Nationalpark Abisko sehr viele Wandermöglichkeiten, von leicht bis ambitioniert, für alle ist etwas dabei. Außerdem befindet sich hier auch das Tor zum Kungsleden, also der Einstieg in Schwedens berühmtesten Fernwanderweg.  Dementsprechend wuselig geht es dort zu.

Auf einem der vielen Rundwanderwege, dem Naturstig, fanden wir sogar einen extra angelegten Meditationsplatz. Eigentlich gar nicht nötig, denn nach einiger Zeit kann man hier seine Wanderung auch zur Geh-Meditation machen. 😉

   

  

  

Nachdem wir uns dann ausgewandert hatten, fuhren wir noch ein kurzes Stück die E10 durch das schwedisch-norwegische Grenzgebirge hinauf, um dann der E6 und schließlich der E69 bis zum Nordkap zu folgen. Das viele „Schöne“, das wir dabei sehen/erleben durften, ist zu umfangreich, um es jetzt zu beschreiben. Deshalb ‚nur‘ ein paar Bilder.  Bilder können ja auch einen Eindruck vermitteln.

Neben den Naturerlebnissen, suchten wir (manchmal) auch Kulturelles:

Leider ohne Erfolg, denn das Center hatte schon geschlossen.

Also ging’s gleich weiter und zwar hierhin:

  

Hier gibt es keine Öffnungszeiten, hierher kann man immer kommen.

Ein windiger Ort in einer harschen Natur, in der sich Rentiere offensichtlich wohlfühlen – und Bullis auch.

 

Was Norwegens Finnmark alles so zeigte, hat mir gut gefallen.

  

  

Und immer wieder: Die RENTIERE.

Ihnen begegnet man hier oben im hohen Norden häufig. Manche sind recht dreist, springen unberechenbar vor das Auto und kümmern sich um nichts,

 

andere sind scheu und wollen sich am liebsten gar nicht fotografieren lassen.

  

So wird es eigentlich nie langweilig unterwegs und auf einmal ist man dann nur noch 2090 km vom Nordpol entfernt, das

NORDKAP

war nämlich erreicht.

  

Hier könnte man denken: hui, nun stehe ich also am nördlichsten Punkt des Abendlandes und kann es kaum glauben. Der Zweifel wäre auch berechtigt, denn der nördlichste Punkt ist nicht das Nordkap, sondern das drei Kilometer westlich entfernte Kap Knivskjellodden.

Dieses Kap ist nur zu Fuß zu erreichen, Startpunkt ist der etwa 7 km vom Nordkap entfernte Parkplatz an der E69:

Von hier aus ging‘s los in Richtung Norden, allerdings über ziemlich unwegsames Gelände

Wichtig, immer schön das rote T im Auge behalten!

Etwa 2,5 Std. braucht man, bis man hier ist:

und dann das Nordkap im Südosten sieht. (Kap Knivskjellodden liegt 1380 m nördlicher als das Nordkap)

An diesem Sende- oder Funkmasten war dann Ende im Gelände:

Nach einer kleinen Stärkung und Verschnaufspause, ging es den gleichen Weg wieder zurück und ich war froh, dann wieder im windgeschützten Bulli sitzen, kochen und dann etwas essen zu können.

Noch ein kleiner Tipp zum Nordkap: Wer die Parkgebühr und den Eintrittspreis sparen möchte, muss einfach nur früh aufstehen und vor 8 Uhr morgens ankommen. Das Kassenhäuschen ist dann noch nicht besetzt und Schranken oder Sperren gibt es nicht. Also fährt man auf den Parkplatz, sieht sich überall um und wenn man genug hat fährt man wieder. Allerdings gibt’s dann natürlich keinen Stempel oder die Urkunde.

 

Was ist eigentlich das Besondere an den Kaps?

Beide Kaps sind große karge Felsen, ca. 2 Mio. Jahre alt, und nur umgeben vom Nordmeer. Es ist meistens kalt und windig an diesen Orten – unwirklich. Dennoch fahren jedes Jahr fahren viele Menschen dorthin. Ich ja auch.

Warum?  Vielleicht,aus einem Grund, wie es im Dumont-Reiseführer geschrieben steht: „…kann man sich doch an dieser Stelle der Unendlichkeit stellen und sich emporgehoben fühlen…“.

Oder eher um etwas Abenteuer, etwas Außergewöhnliches zu erleben? Oder um besondere Stimmungen und Gefühle an besonderen Orten zu erfahren? Oder einfach nur die Freude daran, sich in einer möglichst unberührten Natur aufzuhalten? Wie auch immer, jeder wird seinen Grund haben.

Für mich war das Besondere: DER WEG dorthin. Die vielen Stunden im Bulli, die vielen Stunden auf Camping-, Rast- oder Parkplätzen. Die vielen Schritte, die zu gehen waren… und die, die noch zu machen sind.

 

So, mit einem gelben Blumen-Gruß (vom Kap Knivskjellodden) verabschiede ich mich und wünsche euch ein schönes Wochenende.

4 Comments on “Über Abisko bis zum Nordkap

    • Ja, liebe Irene, das ist sehr treffend formuliert! :))
      LG in die CH

  1. Guten Morgen Iliane,
    bin jetzt noch in Schwedisch-Lappland unterwegs, aber nicht mehr lange, hier wird es kaaalt, besonders nachts! Orientiere mich südlich, bleibe aber in Schweden. LG

  2. Guten Morgen Uwe, du/ihr seid jetzt also Nordkap getauft. Toll! Das nächste Ziel ist dann die Äquatortaufe
    Tolle Bilder mit warmen, schon herbstlichen Motiven.
    Wo geht es jetzt hin? Auf jeden Fall Richtung Süden!
    Ganz liebe Grüße Richtung Norden!
    Iliane